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Cicero: Erste Rede gegen Catilina

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2. Es beschloß einst der Senat, daß der Konsul L. Opimius dafür sorgen
solle, daß der Staat keinen Schaden empfange; Keine Nacht verging: Es
wurde wegen einem gewissen Verdacht des Aufstandes (auf Aufruhr) C.
Gracchus, dem ein äußerst berühmter Vater, Großvater und Vorfahren
waren, getötet; Es wurde M. Fulvius, der Konsul gewesen war, mit seinen
Kindern getötet. Auf ähnlichem Senatsbeschluß wurde der Staat den
Konsuln C. Marius und L. Valerius überlassen; Hat in der Folge der Tod
und die Strafe des Gemeinwesens den Volkstribun L. Saturninus und den
Praetor C. Sevilius etwa einen Tag warten lassen? Aber wir lassen sogar
schon zwanzig Tage lang die Schärfe der Vollmacht derer Stumpf werden.
Wir haben nämlich einen Senatsbeschluß dieser Art, allerdings in den
Urkundenbüchern der Quaestoren eingeschlossen, wie in einer Scheide
verborgen, aufgrund dieses Senatsbeschlusses hätte es sich gehört, daß
du Catilina unverzüglich getötet werden müßtest. Du lebst, und du lebst
nicht um deine Frechheit abzulegen, sondern um sie zu festigen. Ich
wünsche meine Herren Senatoren Nachsichtig zu sein, ich wünsche in einer
so großen Gefahr für das Gemeinwesen nicht leichtsinnig zu erscheinen,
aber schon spreche ich mich selbst der Trägheit und der
Pflichvergessenheit schuldig. Die Lager sind in Italien in den
Schluchten Etruriens gegen das römische Volk aufgestellt, die Anzahl der
Feinde wächst von Tag zu Tag: Aber den Befehlshaber dieser Lager und den
Anführer der Feinde sehen wir innerhalb der Stadtmauern, ja sogar im
Senat, dem Gemeinwesen im Inneren tagtäglich irgendein Verderben
schaffen (ins Werk zu setzen). Wenn ich dich Catilina auf der Stelle
ergreifen lasse, wenn ich befehle dich töten zu lassen, werden
sicherlich alle Guten eher sagen, dies sei von mir zu spät gemacht
worden als das irgendeiner grausam nennt. Aber ich werde aus einem
bestimmten Grund noch nicht veranlassen, daß zu tun (daß ich dies tue)
was schon längst hätte getan werden müssen: Dann erst sollst du getötet
werden, wenn niemand mehr gefunden werden könnte (kann), der so dreist
so verrucht, dir so ähnlich wäre, der bekennen würde (daß er bekennen
würde), daß dies nicht mit Recht gemacht worden sei. Solange es irgend
jemand gibt, der es wagt dich zu verteidigen, wirst (sollst) du leben
und du wirst (sollst) so leben, wie du jetzt lebst, von meinen
zahlreichen und zuverlässigen Wachen (von meiner zahlreichen und
zuverlässigen Besatzung) belagert, damit du dich nicht gegen das
Gemeinwesen bewegen kannst. Auch werden dich, während (obwohl) du es
nicht merkst die Augen und Ohren vieler beobachten und bewachen wie sie
es bisher getan haben.
  
Cicero: Redner, Staatsmann, Philosoph
Siehe auch:
Rom, das bin ich: Marcus Tullius Cicero....
Lernvokabular zu Ciceros Reden
Cicero, Marcus Tullius: Mit Selbstzeugnissen un...
Die Macht der Rede: Eine kleine Geschichte der...
Reden gegen Verres I , Lateinisch - Deutsch
Vier Reden gegen Catilina: Lat. /Dt
 
   
 
     
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